Historie der Enzianhütte

Vorstand beim Enzianhüttenbau
Finanzierung der Hütte durch "Bausteine"
Grundsteinlegung Enzianhütte
Die Sektionsmitglieder legten beim Bau der Enzianhütte selbst Hand an.
Endlich: das Richtfest konnte gefeiert werden.
Sturmschaden Enzianhütte
Der ganze Stolz der DAV Sektion Fulda: die neu erbaute Enzianhütte.
Die Enzianhütte am Tag ihrer Einweihung.

„Von unserer Enzianhütte schaun‘ wir über Wald und Feld, den Frohsinn in unserer Mitte, so sehn‘ wir lachend die Welt.“ – so heißt es in der zweiten Strophe des Sektionsliedes der DAV Sektion Fulda.

 

Wie alles begann…

 

Bald nach dem zweiten Weltkrieg entstand Wunsch nach eigener Hütte für die wieder aufgelebte Sektion Fulda des Deutschen Alpenvereins. Georg Steyer, der die Sektion nach dem Krieg maßgeblich wiederaufgebaut hatte, trieb diesen Plan voran. Aber an eine Hütte in den Alpen war nicht zu denken, denn die Wege waren noch versperrt oder zerstört. Deshalb wollte man eine eigene Hütte im Heimatgebirge aufbauen.


Die erste Hütte wurde auf der Erika-Alm (auf der Harbacher Hute, nicht weit vom Bahnhof Milseburg) erworben. Bald entstand jedoch der Wunsch nach einer größeren Hütte, da hier nur sechs Personen Platz fanden. Zunächst gab es die Idee am Giebelrain eine Hütte zu errichten, dies war vielen Mitgliedern aber zu Fulda-nah. Schließlich wurde der Weiherberg wegen seiner landschaftlich schönen Lage ausgewählt.

 

 

1949

  • Aufbau einer kleinen gebrauchten Holzhütte (Baubude) auf dem Weiherberg für 20 Personen mit kleiner Küche
  • das Richtfest fand am 2.Oktober 1949 statt
  • die Hütte wurde auf den Namen Enzianalm-Hütte getauft, da bei den Arbeiten Enzian gefunden wurde
  • es gab weder Wasser- noch Stromanschluss, gefeuert wurde mit Holz und Kohle, die hierher getragen musste
  • die Hütte wurde gerne und viel genutzt, z.B. war sie ab 1952 jedes Wochenende Startpunkt für Bergsteigerlehrgänge
  • erste Übernachtungspreise: 50 Pfennig für Mitglieder; 1 DM für Gäste (1950 -> 320 Übernachtungen und 780 Tagesgäste; 1951 401 Übernachtungen und 1.305 Tagesgäste)
  • deshalb entstand erneut der Wunsch nach einer größeren Hütte

 

1951

  • es sollte eine zünftige und einfache Hütte werden
  • die Finanzierung des Baus erfolgte durch: eine einmalige Umlage von 24 DM für alle Mitglieder; Zeichnung von „Bausteinen“ zu je 5 DM -> 25 andere Sektionen kauften diese; den Aufruf an alle Mitglieder, Prämiensparlose zu kaufen, deren Erlös dann je zur Hälfte an Mitglieder und Sektion ging
  • das Baumaterial wurde „geschnorrt“ z.B. die Steine für das Fundament wurden am Weiherberg gesammelt
  • viele Spender und Helfer, initiiert durch Gustav Martins und Georg Steyer
  • 3. Juni 1951: Baubeginn der heutigen Enzianhütte durch Alpenvereins Jungmannen- und Jungfrauenmannschaft, die mit Schippen, Hacken und Spaten ans Werk gingen
  • die zur Arbeit verpflichteten Vereinsmitglieder konnten sich für 5 DM pro 3  laufender Meter „freikaufen“
  • es gab noch keine Straße, deshalb musste das Material auf den Berg geschleppt oder mit dem Fahrrad transportiert werden; später gab es einen Kleinbus
  • 1951 haben 63 Mitglieder kostenlose Arbeitseinsätze geleistet – mit 1.228 erbrachten Arbeitsstunden
  • Bau glich „Ritt über den Bodensee“


Wasserversorgung:

 

  • es gibt kein Wasser am Weiherberg, aber 100 m tiefer Richtung Dietges eine ergiebige Quelle
  • Schächte zur Aufnahme des Wassers wurden in Handarbeit gebaut und eine 350 m lange, 1,10 m tiefe Rinne für die Rohrleitung zur Hütte gegraben
  • das Wasser wird mit einem „Widder“ nach oben gefördert

 

1952/1953?

  • 25.09.: Richtfest

1954

  • ein schwerer Sturm im Januar reißt das gesamte Dach weg und beschädigt die Giebelmauer
  • 10. April: zweites Richtfest

 

1956

  • 1. Juli: Feierliche Einweihung der Enzianhütte mit Bergfest
  • die Hütte besteht zunächst aus einem Gastraum, Schlafräumen, einer Selbstversorgerküche, einem Raum für den Hüttenwirt und einem Raum für den Hüttendienst der Sektion, der am Wochenende Hausherr war
  • Anschluss an das Stromnetznach Verlegen eines 660m langen Kabels

 

1957

  • Anschluss an das Telefonnetz


1960

  • Bau des Tages- und Schlafraums der Jugendgruppe im Souterrain
  • Einrichtung und Erstbegehung des Fuldaer Höhenweges; damit wurde die Enzianhütte als „Wegbereiter ins Hochgebirge“ betrachtet

 

1962

  • Neuverlegung der Wasserleitung mit Hilfe des Bundesgrenzschutzes und Einbau von Pumpen

1963

  • ein Tiefsammelbehälter mit Pumpschacht wird fertiggestellt

 

1964

  • Einzug der Jugend in die Kellerräume als „Fundament der Sektion“ die Ausgestaltung erfolgte durch Eigenleistung der Jugend

1965

  • Errichtung einer UKW Funkrelais Station des DRK neben der Enzianhütte

 

1966

  • Hütte erhält ein neues Eternitdach

 

1968

  • alle Zimmer erhalten fließend kaltes und warmes Wasser

 

1972

  • Bau der heutigen Fahrstraße und Parkplatz
    -> Vor dem Straßenbau: …mussten Anfang November alle Getränke für den Winter hochgebracht werden und PKWs hatten auch bei gutem Wetter Probleme mit der Steigung.

 

1978

  • neue Auflagen des Landratsamtes Fulda bzgl. Wasserversorgung, welche die Sektion nicht so einfach bewältigen konnte
  • auch die Problematik um den Hüttenpächter (hier gab es sehr häufige Wechsel) spitzte sich soweit zu, dass die Hütte im Eigenbetrieb übernommen wurde und schließlich zeitweise geschlossen war

 

1979

  • stand die Sektion wegen der Enzianhütte vor einer Spaltung; Hintergrund war der Entzug der Schankerlaubnis und zu hohe Kosten für die geforderten Sanierungen
  • Deshalb gab es die Empfehlung des Hüttenausschusses, Verkaufsverhandlungen (an die Deutschen Pfadfinder) zu beginnen, wenn sich kein neuer Pächter findet oder sich keine effektive Eigenbewirtschaftung abzeichnet


1981

  • Abstimmung in außerordentlicher Mitgliederversammlung über Verkauf
    - die Versammlung stimmte mit knapper Mehrheit für den Erhalt
    - daraufhin traten alle Vorstandsmitglieder, bis auf den 1. Vorsitzenden, zurück
    - Bestellung von C.F. Schloenbach (Erbauer der Enzianhütte) und Karl Herzig zum Notvorstand
    - mit Hilfe von Spenden und Darlehen sanierten sie die Hütte und richteten eine neue Pächterwohnung ein
    - den beiden gelang es so, die Hüttenprobleme zu lösen und mit dem Ehepaar Böge ein neues Hüttenwirtspaar zu finden

 

1982

  • 1.4.: Wiedereröffnung mit dem Ehepaar Böge als neue Hüttenwirte


1987

  • der DAV-Hauptverband in München erkennt die Enzianhütte offiziell als DAV-Mittelgebirgshütte an
  • Einbau einer zentralen Heizungsanlage
  • Errichtung eines Holzschuppens im Hof durch Adolf Böge


1988

  • das Ehepaar Böge verlässt krankheitsbedingt die Hütte
  • neuer Pächter wird Peter Koch mit den Hüttenwirten Birgit und Georg Koch

 

1991

  • Grundsanierung der Toilettenanlage
  • Renovierung der Jugendräume

 

1992

  • Stabilisierung des Schuppens an der Hütte
  • Bau einer Fluchttreppe an der Giebelseite und Einbau von Brandschutztüren
  • erstmals seit vielen Jahren wieder eine Faschingsveranstaltung auf der Hütte


1993

  • Karl Herzig, der Retter der Enzianhütte, gibt sein Amt als Hüttenreferent aus Altersgründen auf

 

1994

  • Bau einer neuen Abwasser-Entsorgung

 

1995

  • die Außenfassade wird mit Rhöntypischen Wettbrettern verkleidet und das Dach mit roten Tonziegeln neu eingedeckt

 

1996

  • Umbau der ehemaligen kleinen Hütte zum Biwak
  • Neugestaltung der Abwasseranlage
  • 110-Jahre Feier der DAV Sektion Fulda auf der Enzianhütte

 

1998

  • Sanierung der Wasserversorgung

 

2000

  • diverse Renovierungsarbeiten: u.a. neue Theke, neue Holzdecke im Lager
  • Bau eines Kinderspielplatzes durch Georg Koch
  • Einzäunen des Quellgebietes und der unteren und oberen Wasserbehälter
  • Tagung der DAV Jugend Hessen in den Jugendräumen


2001

  • umfangreiche Renovierungsarbeiten in Gastraum und Küche: u.a. neue Fliesen, neuer Wandanstrich und -vertäfelung, neue Sitzpolster
  • Bruch einer Wasserleitung und Reparatur der Leitung vom Quellgebiet bis zur Hütte
  • Instandsetzung des Dr. Werner Blümel-Weges durch Sektionsmitglieder
    -> Dr. Werner von Blümel-Weg: … erinnert an den ersten Hüttenwart der Sektion (Weg von Straße Grabenhöfchen – Dietges durch die Wolfsschkucht), der den Wunsch hatte, einen alpinen Pfad anzulegen

 

2002

  • Sanierung der sanitären Anlagen im 1. Stock
  • stärkere Absicherung aufgrund des höheren Stromverbrauchs durch elektrische Geräte
  • Trockenlegung der Außenwand
  • starker Zustrom an Gästen, Erweiterung der Karte

 

2003

  • neue Küche in den Jugendräumen
  • erstmals Bergfest mit Bergmesse


2004

  • Rauchverbot auf der Hütte: rauchfreier Raum hinten mit Rauchmöglichkeit im vorderen Schankbereich bis zum allgemeinen Rauchverbot in Gaststätten
  • Jugendräume erhielten neue Küche

 

2005

  • Restaurierung der Außenmauer der Terrasse durch Sektionsmitglieder
  • Befestigung der Fundamente am Schuppen durch Sektionsmitglieder
  • Verlegung einer neuen Wasserleitung vom Quellgebiet

 

2006

  • Erweiterung und Pflasterung der Hofeinfahrt
  • Hüttenabend anlässlich der DAV-Sektionentagungen Hessen/Pfalz/Saar

 

2008

  • Einführung der Hüttenruhe ab 24 Uhr durch den DAV-Hauptverband und Umsetzung durch die Sektion Fulda
  • Restaurierung des unteren Wasserbehälters
  • Enzianhütte als Zieleinlauf für 1. Alpentriathlon der DAV Sektion Fulda
  • Pachtvertrag: … mit dem Ehepaar Koch wird nach 20 Jahren wieder verlängert. Noch nie befand sich ein Hüttenwirt so lange auf der Hütte.


2009/2010/2011

  • neue Brandschutzauflagen werden umgesetzt
  • Erweiterung der Küche in den Hof hinein – in Zusammenarbeit zwischen Pächter und Sektion

 

2011

  • Eröffnung der Hütte mit neuer Küche nach 10 Tage Stilllegung

 

 

 
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