DAV-Fulda-Gruendungseintrag

Am 12. November 1886 erließen auf Anregung des Central Ausschusses des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins mehrere, bereits auswärtigen Sektionen zugehörige Fuldaer Mitglieder eine Aufforderung an Interessierte, zu einer Zusammenkunft am 16. November zur Beratung über die Gründung einer Sektion Fulda: „… es wird sicherlich auch in Fulda gelingen, noch mehr Mitglieder für die hochherzigen Vereinszwecke zu finden.“

Am 16. November kamen schließlich 21 Herren im Speisesaal des Bürgervereins zusammen. Unter den 21 Gründungsmitgliedern war auch der Gründer des Rhönclubs, Dr. Justus Schneider.

Der erste Vorstand setzte sich zusammen aus:

  • 1. Vorsitzender: Eisenbahndirektor/Maschineninspektor Herrmann Oestreich
  • Apotheker: Dannenberg
  • Schriftführer: Hofapotheker Rullmann
  • Sanitätsrat: Dr. Justus Schneider (Gründer des Rhönklubs)
  • Baumeister: Karl Wegener
  • Kassengeschäfte: A. Müller (Hotelier)

Bis zur Jahrhundertwende prägten Versammlungen mit Vorträgen touristischen oder alpinen Inhalts das Sektionsleben. Im November wurde das jährliche Stiftungsfest gefeiert. Es gab aber auch bereits kleinere und größere Reisen in die Alpen – die meisten Gipfel der Ostalpen und zahlreiche Gipfel der Schweiz waren die Ziele.

Die Mehrzahl der Rhönwanderungen wurden gemeinsam mit Rhönklub durchgeführt. Zu Beginn der Vereinsgeschichte bestand eine enge Verbindung der beiden Vereine.

DAV-Fulda-Der_Fuldaer_Weg_im_Jahr_1912_Richtung_Norden

1887 und 1893 erging eine Anfrage des Zentralausschusses des Alpenvereins über Wegebau in den Alpen an die Sektion Fulda. In der Generalversammlung vom 21. Januar 1898 erfolgte der Beschluss über einen Wegebau in den Alpen, der auch im Frühling 1898 bereits umgesetzt wurde: der Bau des „Fuldaer Weges“ in Südtirol vom Reintal ins Ahrntal.

Der Weg führt vom Krimmeler Tal, und damit der Großvenediger und Großglockner Gruppe, und vom Zillertal her nach Rein, den Riesenfernern über die Kasseler Hütte und Antholz Scharte zu den Dolomiten geschaffen. Die Gehzeit beträgt 5-6 Stunden Weg mit 1.000 Höhenmetern und führt über die Weiße Wand. Offiziell eingeweiht wurde der Weg dann im August 1898.